GESCHICHTE DER KARTAUSE GAMING

Das ehemalige Kartäuserkloster Maria Thron geht auf eine Stiftung von Herzog Albrecht II aus dem Jahre 1330 zurück. Eingebettet am Rande des Talkessels von Gaming ist vor allem die mächtige gotische Kirche mit ihrem Dachreiter zu einem Symbol des gesamten Ötscherlandes geworden. Seit der Auflösung des Klosters durch Kaiser Josef II. hatte dieses erlesene Kulturjuwel ein wechselhaftes Schicksal. Als Architekt Dipl. Ing. Walter Hildebrand die Anlage 1984 mit der Auflage sie zu renovieren erwarb, bedurfte es großen persönlichen Einsatzes und großzügiger Unterstützung von öffentlicher Hand, um die ehemalige Klosteranlage zu dem zu machen, was der Besucher heute vorfindet.

 

Im Laufe der letzten Jahre wurde die Kartause zu einem kulturellen Zentrum der Region, das durch die Niederösterreichische Landesausstellung im Jahre 1991 einen bisherigen Höhepunkt erlebte. Mit der Niederlassung der Franziskanischen Universität von Steubenville, Ohio, seit dem Jahre 1991 und dem Herbst 1996 hier beheimateten Päpstlichen Internationalen Theologischen Institut für Studien zu Ehe und Familie ist neben der Renovierung auch eine Revitalisierung gelungen. Dem Gedankengut der Kartäuser folgend, ist dieser Ort nun wieder Zentrum intellektuellen Strebens geworden, dessen Bedeutung weit über die Grenzen unseres Landes reicht.

 

 

In der barockisierten gotischen Kirche, Maria Himmelfahrt geweiht, befindet sich das Grabmal des Stifters Herzog Albrecht II., seiner Gemahlin Johanna von Pfirt sowie deren Schwiegertocher Elisabeth von Böhmen.

Die Kirche, deren Deckenfresken das Leben des HL. Bruno von Köln zeigen, sowie eine Seitenkapelle stehen für Hochzeiten, Taufen und Pilgerfahrten zur Verfügung.

Das wohl hervorragendste Kunstwerk ist die ehemalige Klosterbibliothek aus dem frühen 18. Jhd., deren barocke Einheit in den wertvollen Deckenfresken des berühmten böhmischen Barockmalers Wenzel Lorenz Rainer seine Vollendung findet.